Manche Touren bleiben im Kopf. Das Bivacco Luca Vuerich in den Julischen Alpen Italiens (2.531 m), 16. und 17. August 2024, gehört dazu. Nicht, weil alles planmäßig lief – sondern weil es sich so anfühlte, wie Abenteuer sich anfühlen soll: Anstrengung, Staunen und irgendwann Käsekrainer über den Wolken.
Freitag, 16.08.2024 – Aufstieg mit Aussicht
Am Freitag machten wir uns mit vollgepackten Rucksäcken auf den Weg. Und wenn wir „vollgepackt“ sagen, meinen wir das auch so: Neben der normalen Ausrüstung hatten wir ein echtes Genuss-Abendessen inklusive Getränken dabei. Wer in 2.500 Meter Höhe übernachtet, darf sich ruhig etwas gönnen.
Der Aufstieg beginnt in der Nähe des Sella Nevea in Friaul-Julisch Venetien. Steinige Steige, Schotter, gelegentlich leichte Kletterpassagen. Je höher wir kamen, desto spektakulärer wurde die Aussicht.
Gegen Abend färbte sich der Himmel orange. Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir das Bivacco Luca Vuerich – und konnten es kaum glauben.
Eine Hütte mit Geschichte
Das Biwak wurde zu Ehren von Luca Vuerich errichtet, einem bekannten italienischen Alpinisten, der 2010 bei einem Lawinenunglück ums Leben kam. Die Hütte aus Holz und Aluminium wurde im September 2012 mit Hilfe von Hubschraubern aufgestellt. Sie steht auf einem Grat zwischen Italien und Slowenien, mit Blick über die Julischen Alpen.
Die letzten Meter im Dämmerlicht, Stirnlampen an. Mitten in dieser alpinen Stille zauberte Stefan auf dem Gaskocher die weltbesten Käsekrainer. Dazu gab es Dosenbier. Manche Gipfelmomente brauchen keinen Gipfel.
Samstag, 17.08.2024 – Frühstück mit Gipfelblick
Nach einer überraschend ruhigen Nacht – ja, auch auf 2.531 Metern kann man wunderbar schlafen – wachten wir mit den ersten Sonnenstrahlen und einem traumhaften Sonnenaufgang auf.
Während draußen die Bergwelt erwachte, flammte drinnen erneut der Gaskocher auf. Diesmal für eine herzhafte Eierspeis. Einfach, liebevoll zubereitet, über den Wolken. Einer dieser Morgen, den man nicht vergisst.
Der Abstieg war von leichter Wehmut begleitet, aber voller Freude über das Erlebte. Noch einmal über die Felsen, durch die Latschenkiefern, zurück ins Tal. Dort wartete das Auto – und mit ihm die Realität.
Distanz 16,56 km, Anstieg 1.300 Meter, Zeit 9:00 Stunden.
Das Bivacco Luca Vuerich ist mehr als eine Notunterkunft. Ein Ort voller Geschichte, Schönheit und emotionaler Tiefe. Fordernder Aufstieg, überwältigendes Panorama, schlichte Eleganz der Hütte – und Stefan mit dem Gaskocher. Genau solche Abende bleiben.



